Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz

Elektroschrott gehört nicht in den Hausmüll. Gründe dafür gibt es viele. Bisher muss der Sondermüll umständlich
durch Terminvereinbarung über kommunalen Wege entsorgt werden. Ab dem 20. Oktober 2015 kam ein neues Gesetz (Elektro- und Elektronikgerätegesetz - ElektroG) zum Tragen, der eine einfache Rückgabe von defekten oder ausgemusterten Produkten wie Computern, Smartphones oder Fernsehern regelt.

Was macht bei Elektroschrott die separate Entsorgung erforderlich?

Im normalen Betriebsalltag gelten einzelne Elektronikgeräte als unbedenklich. Allerdings bestehen Platinen, Schaltkreise und Chips aus Materialien, die auf keinen Fall unkontrolliert in das Erdreich gelangen dürfen. Umweltgifte könnten Grund und Boden verseuchen und massive Gesundheitsprobleme für die Bevölkerung nach sich ziehen. Gleichzeitig stecken unter der Haube von Fernsehern oder PCs viele wiederverwertbare Rohstoffe. Diese können für die erneute Produktion aufbereitet werden. Allein aufgrund der Seltenheit einiger Komponenten wie Gold oder Neodym ist daher gezieltes Recycling wirtschaftlich äußerst sinnvoll. Um Reduktion der Umweltbelastung und Steigerung der Wirtschaftlichkeit unter einen Hut zu bringen, schreibt der Gesetzgeber die fachgerechte Entsorgung vor. Leider landen zu häufig Elektronikgeräte im gewöhnlichen Hausmüll. Dieser Missstand fußt zum großen Teil auf den bislang umständlichen Entsorgungswegen. Durch Verbesserung der Abgabemöglichkeiten erhofft sich der Gesetzgeber einen Rückgang der unsachgemäßen Entsorgung.

Schnell und direkt: Die neuen Möglichkeiten

Bis heute zeichnen sich vor allem Kommunen für die Rücknahme von Elektroschrott verantwortlich. Durch die Änderung der Gesetzeslage werden nun auch Elektronikfachmärkte mit einer Verkaufsfläche ab 400 m² dazu bevollmächtigt, entsprechende Abfälle zurückzunehmen. Dabei lässt sich per Absprache sofort beim Einkauf von Waschmaschinen, Fernsehern oder ähnlichen Produkten das zu ersetzende Gerät ohne weitere Kosten abgeben. Weiterhin ist der Fachhandel angewiesen, Geräte mit einer maximalen Länge von 25 cm auch ohne den Kauf neuer Waren für die Entsorgung zu akzeptieren. Ebenso bezieht sich diese Verpflichtung auf den Versandhandel, die Abwicklung und Organisation der Rückgabe fällt in die Zuständigkeit des Händlers. Bestehen noch Zweifel an den Rücknahmekonditionen, können Informationen beim Händler selbst eingeholt werden.

Ändert sich die Art der Entsorgung?

Definitiv nein! Händler müssen die gesetzlichen Vorschriften für Elektroabfall lückenlos erfüllen. Hierbei treffen diese selbst die Entscheidung, ob eine Rückführung in den Rohstoffkreislauf lohnenswert erscheint oder eine endgültige Entsorgung als notwendig angesehen wird. Die Kommunen bieten dem Handel in diesem Fall weiterhin ihre Unterstützung an und helfen bei der Beseitigung des anfallenden Sondermülls. Auf freiwilliger Basis dürfen auch kleinere Fachgeschäfte die Abnahme von Elektrogeräten unterstützen.