Steuern

Steuerliche Behandlung von Photovoltaikanlagen

Wer seine Photovoltaikanlage zur Einspeisung von Strom in das örtliche Stromnetz nutzt, wird aus steuerlicher Sicht zum Unternehmer. Jeder Solarstromerzeuger, der die EEG Förderung in Anspruch nimmt. Die Umsatzsteuer kann beim Kauf zurückerstattet werden. Ob dafür ein Gewerbe angemeldet werden muss, gilt lokal zu prüfen. Auf diesem Wege erzielt jeder unternehmerische Einkünfte, die vom entsprechenden Energieversorger mit Umsatzsteuer in vertraglich vereinbarten zyklischen Zeitabständen ausgezahlt werden. Somit ist jeder gesetzlich verpflichtet, dem zuständigen Finanzamt eine regelmäßige Umsatzsteuervoranmeldung bzw. Umsatzsteuererklärung vorzulegen.

Abgabe der Steuererklärung beim Finanzmat

Seit Beginn des Jahres 2013 wird die Umsatzsteuer-Voranmeldung grundsätzlich mit elektronischem Zertifikat übermittelt. Dieses Zertifikat kann über das Elster-Onlineportal beantragt werden.
Nachdem die steuerrelevanten Daten eingegeben und überprüft wurden, kann ein Übertragungsprotokoll für die individuellen Akten ausgedruckt werden.
Die individuell fällige Umsatzsteuer wird in dem Formular schon um die angezeigte Vorsteuer gekürzt. Die Vorsteuern ergeben sich aus abzugsfähigen Eingangsrechnungen für den Betrieb der jeweiligen Photovoltaikanlage. Dazu ist es notwendig, dass alle Rechnungen für den Abzug der Vorsteuer auch tatsächlich vorliegen.

In das Umsatzsteuerformular werden u.a. die jeweiligen Stammdaten und anschließend die steuerpflichtigen Netto-Umsätze zum Steuersatz von gegenwärtig 19 Prozent eingetragen. Dem Netzbetreiber muss die Umsatzsteuerpflicht mitgeteilt werden.

Die Gewerbeanmeldung kann auch als Kleinunternehmer vorgenommen werden.

Jährlich muss eine Einnahme-Überschuss Rechnung für Photvotaikanlagen durchgeführt werden. Die Einnahmen werden abzüglich der Kosten bzw, Ausgaben errechnet und dann mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Ausgaben sind z.B. auch Versicherungen, Kreditzinsen, Reparaturen.
Beim Ausfüllen der Steuerformulare ist es der besseren Übersicht wegen empfehlenswert, z.B. die folgenden, zum Ansatz kommenden Einzelbeträge gesondert aufzulisten:

  • Erhaltene Einspeisevergütungen,
  • Eingangsrechnungen (beispielsweise Reparaturen oder Betriebsausgaben für Verwaltungsaufwand).

Bei der Anmeldung zur Aufnahme einer gewerblichen, selbstständigen Tätigkeit beim zuständigen Finanzamt gilt ein grundsätzliches Wahlrecht zwischen der Kleinunternehmerregelung und der Regelbesteuerung, sofern eine Umsatzgrenze von jährlich 17 500 Euro nicht überschritten wird. Dann muss keine Umsatzsteuer gezahlt werden. Allerdings können auch Vorsteuern aus Investitionen in die Anlage, beispielsweise die Kosten der Installation, nicht geltend gemacht werden.
Photovoltaikanlagen können nicht auf einmal abgesetzt werden, sondern müssen das über ein gewissen Zeitraum, für PV-Anlagen 20 Jahre. Für Solarthermieanlagen kürzer.

Zeitvorgabe und Zahlungsmodus

Betreiber von Photovoltaikanlagen unterliegen in den ersten zwei Betriebsjahren der Pflicht, monatlich jeweils spätestens zum 10. des Folgemonats eine elektronische Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben. Allerdings kann eine Dauerfristverlängerung beantragt werden, sofern wichtige Gründe vorliegen.
Nach Ablauf des Zweijahreszeitraums kann beim Finanzamt ein Antrag auf vierteljährlichen Abgabezeitraum gestellt werden, wenn die bisherige Zahllast gering war.
Wer dem Finanzamt eine Bankeinzugsermächtigung für die anfallenden Umsatzsteuerforderungen erteilt, spart Zeit und kommt nicht in Verzug.
Neben den monatlichen oder vierteljährlichen Umsatzsteuervoranmeldungen sind Betreiber von Photovoltaikanlagen zur Erstellung und Vorlage einer Umsatzsteuerjahreserklärung verpflichtet. Sie sollte mit den aufaddierten Teilmeldungen des Jahres übereinstimmen. Sollten sich in diesem Zeitraum Erstattungen ergeben haben, können die Ansprüche nun geltend gemacht werden.

Wer sich die Bearbeitung der entsprechenden Steuererklärungen nicht selbst zutraut, sollte ein Steuerberatungsbüro beauftragen.
Informationen sollten auch immer beim zuständigen Finanzamt eingeholt werden.