Versicherung

Photovoltaikanlagen können theoretisch innerhalb der Gebäudeversicherung versichert werden, manche Versicherungsgesellschaften bieten diesen Schutz sogar kostenlos oder mit äußerst geringfügigem Aufpreis an. Experten raten davon jedoch strikt ab. Der Hintergrund ergibt sich aus den Versicherungsbedingungen einer Gebäudeversicherung. Diese schützt vor den Folgen bestimmter Schäden, vorrangig durch Naturgewalten, aber nur, wenn das Ereignis direkt auf das Gebäude einwirkt.

Eines der für eine Photovoltaikanlage gefährlichsten Ereignisse ist ein Blitzschlag. Sollte dieser das Gebäude direkt treffen, wäre die Photovoltaikanlage über die Gebäudeversicherung abgesichert. Wenn der Blitz jedoch in der Umgebung einschlägt und die Photovoltaikanlage durch Überspannung beschädigt wird - was oft die Wechselrichter betrifft -, wäre dieser Schaden durch eine Gebäudeversicherung nicht abgedeckt. Auch droht bei der Konstellation "Gebäudeversicherung schützt Photovoltaikanlage" stets die Gefahr einer Unterversicherung.

Umfang der Photovoltaikversicherung

Die gesonderte Photovoltaikversicherung wird bei einer Investitionssumme für die Anlage bis 50.000 Euro von den meisten Versicherungsgesellschaften schon für deutlich unter 100 Euro jährlich angeboten. Es kann hierbei eine Selbstbeteiligung zum Beispiel von 250 Euro eingeschlossen sein, die etwa für kleinere Sturmschäden infrage kommt. Versichert wären in so einem Fall Flach-, Pult-, Sattel-, Walm- und Schrägdachanlagen bis 300 kWp, was deutlich über den meist auf Eigenheimdächern installierten Anlagen liegt (meist unter 30 kWp).

Damit können auch Anlagen auf Freiflächen versichert werden. Sollten deren installierte Leistung über diesem Wert liegen, wird die Versicherung entsprechend erhöht. Innere Betriebsschäden sind bis 2.500 Euro versichert (Sachbeschädigungen und Ausfallschaden), Voraussetzung für den Versicherungsschutz ist die fachgerechte Montage der Anlage. Diese kann jedoch auch selbst vorgenommen werden. Die Mehrkosten, die sich durch den permanenten Technologiefortschritt ergeben, sind in der Versicherung schon inklusive. Die Gesamtsumme des versicherten Schadens von 50.000 Euro ergibt sich aus dem Worst-Case-Szenario einer kompletten De- und Remontage bei einem Dachschaden, zu der auch noch ein Ertragsausfall hinzukommt.

Besondere Bedingungen der Photovoltaikversicherung

Eine der wesentlichsten Bedingungen für Photovoltaikversicherungen ist die Ausfallentschädigung. Schließlich beruht die Kostenkalkulation bei Solaranlagen inklusive der nötigen Bankfinanzierung stets auf der Annahme, dass die Module bei den durchschnittlichen Wettererwartungen der entsprechenden Region permanent Strom liefern, der nach den Richtlinien des EEG vergütet wird. Eine Photovoltaikversicherung wird daher im Normalfall die Ausfallentschädigung inkludieren, sonst wäre von der Police abzuraten. Diese wird überwiegend in der installierten Nennleistung und pro Tag angegeben, ein gängiger Wert sind 2,50 €/kWp/Tag.

Sollte die Anlage also mit 30 kWp Nennleistung installiert worden sein, würde ein Tag Ausfall mit 75 Euro vergütet werden. Dieser Ertragsausfall wird allerdings nur für einen bestimmten Zeitraum gezahlt, als Grenze gilt gewöhnlich ein Jahr. Das leuchtet ein, denn die übliche Reparaturdauer beträgt selbst bei größeren Schäden stets nur einige Wochen bis maximal zwei bis drei Monate (kompletter Dach-Neuaufbau). Schadenbedingte Arbeiten, die an Dächern durchgeführt werden müssen, sind meist bis rund 20.000 Euro versichert, Feuerlöschkosten bis 25.000 Euro. Gute Photovoltaikversicherungen schließen Diebstahl und selbst innere Unruhen mit ein.